Sonnenenergie spielt im Unterallgäu eine große Rolle

11.9.2019 Landkreis Unterallgäu. Die Wirtschaft im Unterallgäu floriert, die Einwohnerzahlen steigen – der Stromverbrauch bleibt trotzdem nahezu konstant. Insgesamt wurden vergangenes Jahr im Landkreis 1.121 Gigawattstunden (GWh) Strom verbraucht. 2017 waren es 1.123 GWh, 2016 1.113 GWh.

Das besagt die Strombilanz des Landkreises Unterallgäu. Seit kurzem liegen die Zahlen für das Jahr 2018 vor. Erstellt hat die Bilanz das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!).

Seit 2011 wird im Unterallgäu der Stromverbrauch dokumentiert. Damals lag der Gesamtverbrauch im Jahr noch bei 1.250 GWh. Auch auf den einzelnen Einwohner umgerechnet ist der Verbrauch inzwischen geringer: 2011 waren es 9,2 Megawattstunden (MWh) pro Einwohner, im vergangenen Jahr 7,8 MWh. „Zwischen 2011 und 2014 ist der Stromverbrauch deutlich gesunken“, sagt Klimaschutzmanagerin Sandra ten Bulte, „danach wieder etwas gestiegen und seit drei Jahren stagniert der Wert.“

Über 80 Prozent des Stroms verbrauchten 2018 Industrie und Gewerbe. Der Anteil privater Haushalte liegt nur bei rund 16 Prozent. „Trotzdem dürfen wir auch Einsparpotenziale in diesem Bereich nicht außer Acht lassen“, sagt ten Bulte. Erfreulich sei, dass dieser Anteil im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gesunken sei, obwohl die Zahl der Einwohner leicht gestiegen ist.

Seit 2011 deutlich erhöht hat sich der Anteil an erneuerbarer Energien: 40 Prozent des 2011 verbrauchten Stroms stammten aus erneuerbaren Energien, seit einigen Jahren liegt dieser Anteil bei rund 60 Prozent. „Damit übertreffen wir den bundesweiten Durchschnitt von 38 Prozent weit“, freut sich ten Bulte.

Negativ bemerkbar machte sich im vergangenen Jahr laut der Klimaschutzmanagerin der trockene und heiße Sommer. Der Anteil an Strom aus Wasserkraft sank um 25 Prozent im Vergleich zu 2017 – in Zahlen ausgedrückt: 2017 erzeugten Wasserkraftwerke 133 GWh, 2018 waren es 100 GWh, der niedrigste Wert in der gesamten Aufzeichnungsphase. Auch bei der Kraft-Wärme-Kopplung gab es 2018 einen Einbruch von 40 Prozent. „Das lag am Stillstand eines großen Blockheizkraftwerks, das mittlerweile aber wieder in Betrieb ist“, so ten Bulte.

Trotzdem lag der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien und aus Kraft-Wärme-Kopplung 2018 bei 63 Prozent und damit nur vier Prozent unterhalb des Wertes von 2017. Denn: Biomasse und Solarenergie lieferten 2018 besonders viel Energie, nämlich 200 beziehungsweise 343 GWh. Zusammen deckten diese Energiequellen 2018 etwa die Hälfte des Stromverbrauchs.

„Unserer Bemühungen um den Klimaschutz machen sich bezahlt“, resümiert Landrat Hans-Joachim Weirather. Mit Informationsveranstaltungen zu Fotovoltaik und mit dem Solarpotenzialkataster wolle man die Nutzung der Sonnenenergie weiter forcieren. „Doch auch den Stromverbrauch müssen wir noch deutlich senken, um den Klimaschutz im Unterallgäu zunehmend voranzutreiben.“

Übrigens: Wie kann man sich den Stromverbrauch des Unterallgäus bildlich vorstellen? 2018 lag er bei 1.121 Gigawattstunden – das entspricht 1.121 Millionen Kilowattstunden. Mit einer Kilowattstunde leuchtet eine LED-Lampe mit einer Leistung von neun Watt 111 Stunden lang. Mit 1.121 Gigawattstunden könnte man somit 1,4 Millionen LED-Lampen zehn Jahre lang durchleuchten lassen.